Unsere Selbsthilfegruppe Betrifft in erster Linie Menschen  im Rhein-Sieg-Kreis, die die  “Selbsthilfegruppe Gehirn“ zum Erfahrungsaustausch besuchen möchten.
Regelmäßige kostenfreie Treffen finden jeweils am ersten Donnerstag im Monat ab 16:00 Uhr, derzeit in Königswinter statt. Geplant sind weitere Treffen in anderen Bereichen des Rhein Sieg-Kreises.
Die vorherige Anmeldung und ein Erstgespräch für Betroffene, Angehörige und Unterstützer sehe ich als wichtig an.
Ansprechpartner: Heinz Wolter
Tel.: 0151 614 100 11
Mail: heinzwolter@web.de
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Ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag
 

Hirnblutung im Alter von 19 Jahren! 

Handball, Leichtathletik, sportlich- und beruflich nach abge-schlossener Berufsausbildung und Festanstellung als Maschinen-schlosser im Anlagenbau der Industrie – Aktiv!

 

Abendschule, tanzen und dann, an einem normalen Freitag, morgens kurz nach dem Aufstehen: 

Wahnsinnige Unmenschlich stechende Kopfschmerzen. 

 unser Hausarzt stellt bei mir Pupillenerweiterung fest.

Seine Diagnose: Haschkonsum?!

Dies passierte mir, als sportlicher Nichtraucher ohne Alkohol-problemen und das trotz biologischer und gesunder Ernährung, sowie sportlich trainiert und Idealgewicht. 

14 Tage später, wieder morgens nach dem aufstehen:

Eine plötzlich auftretende Blutung in die Hirnhäute, Atemstillstand, Nahtoderfahrung. Es geschah an einem “Brückentag“, dann so wurde mir erzählt; nach dem Rettungswagentransport durch zwei Krankenhäuser. Diagnose Hirnblutung! Ir­reversible  Einblutung in die Hirnhäute; Es hatte zu lange gedauert bis ich in der richtigen Klinik war.

"Das Ereignis: Das Ereignis vor 14 Tagen war wohl eine Vorblutung in die Hirnhäute gewesen und hätte sofort behandelt werden müssen!" 

Dann künstliches Koma mit der ungünstigen Fachärztli­chen  Prognose: 

"Er kann die aufgetretene umfangreiche Einblutung in die Hirnhäute kaum überleben!" 

Später dann nach dem künstlichen Koma: Aufwachen in einem Sechsbettzimmer. 

An Schläuchen angeschlossen und mit Lederriemen ans Bett gefesselt wach werden. 

Dann meine Beobachtung:

Halbseitig gelähmt mit Verlust des Tastsinns, Sprachstörungen, Sehstörungen, etc. etc. etc. Medikamente, Medikamente.  

Danach ab Juli 1971 nur noch Hiobsbotschaften des schulme­dizinischen- Fachpersonals: 

· “Keine selbständige Zukunft mehr möglich!“ 

· “Sie müssen sich damit abfinden!“ "Rollstuhl! Unabwendbare Unselbständigkeit und Pflegefall!"

lautete deren Zukunftsprognose für mich aus deren Mund. Meine Frage: Kann meine derzeit für mich untragbare Situation auch mit den Medikamenten zusammenhängen? "Auf keinen Fall!" lautete deren Antwort. Das konnte ich nicht akzeptieren. Daher verweigerte ich die Medikamentengabe komplett. Die Gefahr einer erneuten Blutung so die Klinik, machte mir keine Angst. Schließlich hatte ich eine Nahtoderfahrung hinter mir. Dann ging es mir erstaunlicherweise sofort besser. Ich kann dies andern nicht raten. Bei mir war es jedoch so! Jetzt 48 Jahre später habe ich es noch nicht bereuen müssen. Ich konnte so auf eine Vielzahl von krankmachenden Nebenwirkungen verzichten.  

Wieder zu Hause, fand mein sportlicher Ehrgeiz die Aus­sage: 

Nicht abfinden, sondern Akzeptieren und nicht kämpfen sondern "Den Wettkampf aufnehmen!" dies trotz den sich ständig neu zeigenden zusätzlichen Problemen! 

Ignoranz und Arroganz, sowie der Formalismus von Institutionen waren für mich die Größte zu überwindende 

·      Herausforderung und zugleich 

·    die größten Barrieren.

Ich hatte keinen Verwaltungsapparat mit den dazu gehörenden technischen Hilfsmittel zur Verfügung. Ich empfinde das als eine Zumutung der Gesellschaft. Wenn die Gesellschaft unbedingt Papier von hilflosen Menschen benötigt, dann soll sie dafür sorgen, dass sie hierfür die entsprechenden Voraussetzungen schafft. Überlastete Sozialarbeiter sind hier nicht hilfreich.

Statt mich in Ruhe zu lassen und mich zu unterstützen, wurde ich mit Sozialrechtlichen Aspekten konfrontiert, von denen ich und meine Familie keine Ahnung hatte und die mich als Nebenschauplatz belastete. Die Formulare zeigten mir, dass es der Gesellschaft anscheinend wichtiger war, sich abzusichern um mich so durch die Vielzahl von Formularen abgesichert ins soziale unmündige Abseits abzuschieben, dies ließ meine Eltern fast verzweifeln.  

Schulmedizinische Therapien die für Knochenbrüche sinnvoll waren, wurden bei mir angewandt.

Erfolg: 

Spastiken, Krämpfe, Schmerzen, sowie Frustration bei mir. 

Dann besann ich mich auf mein Bauchgefühl und meine sportlichen Erfahrungen und ließ mich ab da von diesen leiten.

Ergeb­nis:

Ich kenne meinen Körper besser als die Therapeuten und nutze ab da nur noch das, was ich nachvollziehen kann!

· Erste Erfolge zeigten sich. Ich erlernte "im Geheimen", für mich, trotz Verboten und Bedenken der Therapeuten, autodidaktisch das hinfallen lassen und das eigenständige aufstehen, sowie durchs "Tauchen" im warmen Bewegungsbad mit einer Wassertiefe von (90-100 cm) das "Schwimmen" wieder zu probieren. Das wurde mir jedoch anfangs immer wieder als lebensgefährliches Unterfangen untersagt. 

Jahre später brachte mir in einer med. Reha Kur ein Sporttherapeut bei, wie ich meine Spastik zum Schwimmen nutzen konnte. So änderte sich bei mir das anfängliche über Wasser halten wieder zum Schwimmen. Ab da konnte ich die schrittweisen Verbesserungen durch ignorieren der "Angstmacher" besser einschätzen. Ohne Risiko geht es eben nicht. Das Leben ist nun mal gefährlich und führt derzeit nach wie vor noch immer noch, unweigerlich zum Tod!

Meine jetzigen, Jahrzehnte später vorhandenen größten Einschränkungen verdanke ich den "Allwissenden Therapeuten" der ersten Wochen, die mir Falsche Therapieempfehlungen und Übungen verordneten. Leider habe ich anfangs öfter mein Bauchgefühl missachtend und auf sie gehört. Einfaches logisches Denken hätte mir helfen können. Ich war jedoch geblendet von deren "Wissen". Ich musste leider erst später feststellen, dass sie zu wenig wissen. Ihre Annahmen rechen für eine effiziente Behandlung leider nicht!

 

· Meine Familie beschaffte mir später, auf meine Bitte hin ein Auto mit Autromatik-Getriebe und Blinker-Hilfe. Ich absol­vierte den hierzu erforderlichen Eignungstest zur Führung des Pkws. Denn schließlich war dies die Voraussetzung um wieder selbständig zu werden.  Meine Familie musste zahlen. Die eigentlich zuständigen In­stitutionen blockierten nach Kräften. Schließlich kannten wir die richtigen Fragen an Behörden und die richtigen Formulare nicht. Weil   aus Sicht mancher unkundigen, selbstherrlichen Fachkräften meist alles unnützes Engagement und für sie eine Belästigung darstellt. So verstanden sie es als  überflüssige Bearbeitungen und gaben zusätzliche Formblätter zum ausfüllen. Ein Sachbearbeiter weigerte sich einen Antrag von mir zu bearbeiten, weil dies aus seiner Sicht eine "höherwertige Arbeit" sei, für die er nicht honoriert würde! (Das habe und konnte  ich damals nicht verstehen, weil das nur Mitarbeiter bei Behörden verstehen können!) 

"Geht nicht!" oder

"Ist nicht möglich!"

waren die von Behörden- oder Versicherungs- Mitarbeitern meist gebrauchten Floskeln um mich abzuwim­meln. 

· Ich ließ nicht locker und wurde trotzdem wieder selbständig!

 

Mir gelang trotzdem eine zur beruflichen Integration erforderliche Weiterbildung auf eigene Veranlassung teilweise an Fachhochschule und Universität und wurde hiernach trotz "an­gemessener Arbeitslosigkeit", weil mich trotz ausreichender Qualifikation kein Arbeitgeber einstellen wollte!

Deren unhaltbaren Vorurteile:

"Schwerbehinderte sind öfter krank, nicht belastbar, haben mehr Urlaub und sind unkündbar!" haben sich aus Unkenntnis in ihren Köpfen festgesetzt: 

"Weil das beruflich ja, gemäß den "Bedenkenträgern" nicht funktionieren kann!"

Geschah dies trotz Weiterbildung und einer absolvierten Ausbildung, die ich auf meinen Wunsch hin, ohne Rücksicht auf meine körperlichen Schwierigkeiten in einer allgemein zugänglichen Schulform absolviert hatte. Die hierfür vom Staat vorgesehene Reha-Einrichtung wollte mich zum Beispiel 5 Jahre warten lassen. 

Trotzdem gelang mir die spätere, anfänglich  für unmöglich gehaltene berufliche In­tegration und Selbständigkeit und die damit verbun­dene Befreiung vom übertriebenen Formalismus und den damit verbundenen sozialen Hemmnissen und dann sogar die Gründung einer eigenen Familie.

Dies alles ge­lang mir allerdings nur, weil ich mich entgegen aller Wider­stände nicht so einfach abwimmeln ließ. Ich beo­bachtete wie viele um mich herum ebenso abgefer­tigt wurden und schließlich resignierend hilflos, aufbrausend aufgaben, um sich dann "Entmündigt" und resignierend mit der Aussage: "Ich habe ja alles versucht!" vom System gebrochen ins "Soziale Abseits" oder anders ausgedrückt ins löchrige und grobmaschige "Soziale Netz" fallen  ließen. Dann war für die Bürokratie die Welt endlich wieder in geregelten Bahnen und in harmonischer Ordnung. Beispielhaft kann man die im Zeichentrickfilm mit "Asterix und Oberlix gehen in die Behörde" witzig finden. Für mich ist das allerdings nicht witzig. Ich empfand es als Spießrutenlauf! 

Diesen Formalismus gönne ich keinem Betroffenen. Kein nicht betroffener wird das nachvollziehen können und wollen. Müssten die Sachbearbeiter, die an mich gestell­ten Forderungen unter den mir zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln und Möglichkeiten, selbst erfüllen müssen, hätten sie wahrscheinlich, so wie ich, am liebsten,  verzweifelt alles hin­schmeißen wollen.

Nur durch die Kraft und Zuver­sicht meiner Familie, habe ich mich nicht aufgegeben und mein von mir gesetztes Ziel: 

"Größtmögliche Selbständigkeit" und 

"Integration in die Gesellschaft" erreichen können.

In dieser Situation, ist es aus meiner Sicht also individuell erforderlich sich ein eigenes Ziel zu setzten. Ob dies vom Außenstehenden nun utopisch, unrealistisch, wie bei mir, oder realistisch eingeschätzt wird, spielt dabei keine Rolle. Die eigene Zielsetzung ist wichtig. Dann sind die kleinen und kleinsten Schritte, die kleinsten Erfolgserlebnisse, hin zum selbst definierten Ziel wichtig. Selbst wenn es zwischendurch auch mal Rückschläge gibt. Das spielt keine Rolle. Man darf sein Ziel dabei nicht aus den Augen verlieren und sich nicht ängstigen lassen. Nicht die großen Schritte führen hierbei zum Ziel. Nur die "Kleinen Schritte" führen weiter. 

Der Zusammenhang zwischen Mathematik, Geometrie und dem Aufbau des Universums, somit der Natur unse­rer Gesundheit hat mich, seit ich 19 jährig eine Gehirn­blutung mit anschließender bleibender Halbseitenläh­mung erlitt, interessiert.  

Im meditativen Arbeiten mit mathematisch aufgebauten geometrischen Formen und den Hilfsmitteln Zirkel und Lineal, sowie Farbstifte auf Zeichenpapier, konnte mir dies Ruhe und Kraft geben.

Daher bin ich der Ansicht, dass jeder der ein / sein Ziel erreichen will, sich seinen zu ihm / ihr passenden Ruhepol suchen sollte. Möglichkeiten hierzu gibt es genügend. 

Meine Beispiele hierzu hatte ich  auf meiner derzeit wegen der rechtlichen Unsicherheiten abgeschalteten Gesundheits- Webseite beschrieben. Vielleicht schafft es die Politik künftig, für die betroffenen Vereine und Selbsthilfegruppen die erforderliche Sicherheit zu sorgen. Wir haben keine Rechtsabteilung wie Google und Co. 

Hierdurch konnte ich für mich, immer wieder neue- und gangbare- Wege gehen. Hierzu fand ich später die wissenschaftliche Begrifflichkeit: "Suche nach Viabili­tät" aus dem Konstruktivismus. 

Dies setzte mich beispielhaft dargestellt in die Lage, mir zum einen die bildhaften Darstellungen und zum anderen, durch die Ruhe, Wege aus der gesund­heitlichen-, beruflichen- und den gesellschaftlich  Sackgassen zu ermöglichen.  

Bei der meditativen Arbeit und den in den Jahren erarbeiteten  alternativen- Gesundheitstechniken wie zum Beispiel Autogenem Training oder Yoga, oder später der "Informations- und Energie-medizin" zeigten sich mir später so, auch die Zusammenhänge zwischen Bildern, Musik und Gesundheit. Dies führte zur Absolvierung et­licher, für mich existenziell wichtiger und vielschichtiger, meist nur selbst finanzierbaren, beruflichen und alternativ- ge­sundheitlich- und erforderlichen Aus- und Weiter-bildungen. 

Die Politik stellt jetzt glücklicherweise fest, dass auch sie und ihre Familien von dieser Problematik "Schlaganfall" Bzw. Erworbene Verletzung im Zentralen Nervensystem,  selbst betroffen werden. Daher beginnt hier langsam ein Umdenken. Denn anscheinend kann nur der selbst betroffene diese Problematik verstehen. Daher ist vieles noch nicht gelöst. 

Dies veranlasste mich 2017 als Rentner zur Gründung der Selbsthilfegruppe Gehirn. Siehe: www.selbsthilfegruppe-gehirn.de

Jetzt und in der Vergangenheit gilt somit der Spruch: "Alt werden ist nichts für Feiglinge" 

(Joachim Fuchsberger) 


 Letzte Aktualisierung dieser Seite 27.11.2018